Sie gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas:

Trockenstandorte

Trockenstandorte sind durch magere und trockene Böden gekennzeichnet. Meist findet man sie an Hängen, auf denen der Niederschlag schnell verdunstet oder versickert. Pflanzen, die hier gedeihen, müssen an diesen Lebensraum angepasst sein, um den extremen Bedingungen standzuhalten. Zwar könnten sie teils auch auf günstigeren Böden existieren, werden aber von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt. Die charakteristisch lückenhafte Vegetationsdecke des Trockenrasens bietet wiederum der hier heimischen wärmeliebenden und ebenfalls hochspezialisierten Fauna einen Lebensraum.

Der LPV Würzburg setzt sich aktiv für die Entbuschung dieser aufgegebenen Standorte ein. Der Ersteinsatz erfolgt dabei meist mithilfe von Maschinen. Anschließend wird die Folgepflege, die durch regelmäßige Beweidung erfolgt, organisiert.

Christiane Brandt brachte 2016 bis 2018 drei Bücher zum Thema "Kräuter auf dem Trockenrasen" heraus.
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Feuchtwiesen und Moore

Feuchtstandorte

Feuchtstandorte sind vielseitig, haben aber die ständige, bis zu den Wurzeln der Vegetation reichende Wasserversorgung gemeinsam.
Diese Eigenschaft macht  Feuchtstandorte zu einer Art Wasserspeicher der Umgebung. Außerdem bieten sie als Übergangszone zwischen Nässe und Trockenheit einer artenreichen, an Nässe angepassten Flora und Fauna ein Habitat. Durch den Wandel der Landwirtschaft verarmt die Artenausstattung zunehmend, da wichtige Lebensräume in Vergessenheit geraten und zerstört werden, darunter Feuchtwiesen, Moore und Auen.

 

Feuchtwiesen

Aufgrund der Niederschlagsarmut sind Feuchtwiesenstandorte in der Würzburger Gegend nur selten zu finden. Dennoch finden sich einige Beispiele auch hier, wie beispielsweise in der Gramschatzer Gegend.
Feuchtwiesen, die nur durch menschliche Nutzung entstanden sind, werden durch ein- bis zweimalige Mahd traditionellerweise zur Gewinnung von Streu und Viehfutter genutzt. Die auf Feuchtwiesen charakteristisch vorkommenden Pflanzenarten sind auf eine jährliche Mahd angewiesen, da dadurch geeignete Lichtverhältnisse für ihre Entwicklung geschaffen werden und dominantere Arten in ihrer Ausbreitung gestört werden.

Heutzutage sind Feuchtwiesenhabitate stark im Rückgang. Es erfolgt der Umbruch zu Äckern oder die Wiesen werden zu Fettwiesen gedüngt. Haben die Standorte keine Funktion in der modernen Landwirtschaft, werden sie aufgegeben und durch die fehlende Mahd kommt es rasch zur Sukzession durch dominantere Pflanzen und die Wiesen verbuschen zunehmend.

Durch Renaturierungsmaßnahmen wie Wiedervernässung und Entbuschung sowie die nachfolgende Nachahmung der traditionellen Bewirtschaftungspraktiken, kann der Lebensraum Feuchtwiese erhalten werden.

 

Moore

Auch Moore sind stark gefährdet. Sie entstehen dadurch, dass durch die ständige Nässe nicht genug Sauerstoff vorhanden ist, um Pflanzenreste vollständig abzubauen. Auf diese Weise entsteht Torf, der traditionell als Heizmaterial abgebaut und verwendet wurde und bis heute im Gartenbau als Kultursubstrat genutzt wird. Der Abbau von Torf geht mit einer Entwässerung und damit Zerstörung der Moore einher. Die dort lebenden, nässeliebenden Arten werden verdrängt und es kommt zum Ausstoß von großen Mengen an CO2, das nachhaltig das Klima schädigt. Zwar werden in Deutschland keine Moore mehr zur Gewinnung von Torf entwässert und zerstört, doch bestehende Beschädigungen sind nur schwer zu beheben.

Zur Wiedervernässung der Moore müssen die Entwässerungsgräben geschlossen werden. Durch die zurückkehrende Nässe wird die Folgevegetation verdrängt und moortypische Pflanzen können sich wieder ansiedeln. Dieser Prozess der Renaturierung kann sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken, die vollständige Wiederherstellung dauert hingegen mehrere Jahrhunderte und Jahrtausende.

In der Würzburger Gegend sind nur wenige, kleinflächige Niedermoore zu finden, die durch den Zufluss von Grundwasser und Staunässe entstehen. Da Hochmoore allein durch Niederschläge gespeist werden und diese in Würzburg rar sind, kommt dieser Landschaftstyp hier nicht vor.

Übergang vom Wald zur umgebenden Landschaft

Waldrand

Der Waldrand ist ein ebenso vielfältiges wie ökologisch bedeutsames Biotop. Durch seinen lichten Charakter bietet er einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt einen einzigartigen Lebensraum. Gerade wärme- und lichtliebende Arten finden hier einen idealen Standort, auf dessen Erhalt sie angewiesen sind. Unter den Bewohnern des lichten Waldrands sind auch viele Nützlinge des Offenlands, die den schmalen Übergangsbereich zum Wald als Nistplatz und Refugium nutzen.

Der Lebensraum Waldrand ist auf aktive Pflege angewiesen, da der Unterwuchs mit der Zeit überwachsen und ausgedunkelt wird, wodurch sich das bestehende Klima verändert. Leider fühlt sich oft niemand zuständig, diese Pflege zu übernehmen.  Die Vernachlässigung der Pflege führt nicht nur zum Verlust des Artenreichtums, sondern verändert auch das Klima im angrenzenden Wald, da der Waldrand durch seine dreistufige Höhenstruktur den Wind über die Baumkronen hinweg lenkt.

Zum dauerhaften Erhalt der bestehenden Waldränder muss das Bewusstsein gefördert werden, dass dieser Lebensraum kein sich selbst erhaltendes System ist. Es müssen regelmäßig Auflichtungsmaßnahmen durchgeführt werden, damit Tiere und Pflanzen nicht im Schatten großer Bäume und Sträucher untergehen, sondern im lichtdurchfluteten und warmen Waldrand einen idealen Lebensraum finden können.

Fließgewässer und stehende Gewässer

Gewässer

Gewässer wie Seen oder Flüsse dienen nicht nur der Erholung des Menschen, sondern bieten auch Tieren und Pflanzen einzigartige Bedingungen zum Leben, Brüten und für die Nahrungssuche. Der Schutz und die Pflege dieser Lebensräume sind von entscheidender Bedeutung und erfordern aufwendige Maßnahmen.

Agrarlandschaft

Die Agrarlandschaft als vom Menschen geschaffene und gestaltete Fläche schafft einen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Erst durch die landwirtschaftliche Nutzung werden Äcker und Wiesen sowie deren Randflächen zu Standorten mit hoher Artenvielfalt. Die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft führt zu weitreichenden Veränderungen in der Agrarlandschaft. Zur leichteren Bearbeitung durch Maschinen werden Flächen zusammengelegt und die Strukturierung durch Hecken oder Ackerränder verschwindet.

Der Landschaftspflegeverband versucht durch seine Aktivitäten vor allem einen Einklang zwischen vielfältigen Strukturangeboten und der intensiven Landwirtschaft zu schaffen.

Wind- und Erosionsschutz

Hecken

Hecken verschönern nicht nur die Landschaft, sondern dienen auch landwirtschaftlichen Flächen als Wind- und Erosionsschutz. Außerdem verbinden sie verschiedene Lebensräume miteinander und bieten einer artenreichen Tier-  und Pflanzenwelt einen Raum zum Leben.  Die Vorteile für die Tiere und Pflanzen sind so vielfältig wie die Hecken selbst, denn sie bieten nicht nur Nahrung und Schutz, sondern schaffen auch wertvolle Brutplätze für die verschiedensten Arten.

In größeren Zeitabständen müssen Hecken auf Stock gesetzt werden, um ein „Überaltern“ zu verhindern. Wenn Baumarten Überhand nehmen, werden die Hecken im Inneren lückenhaft und verlieren damit zunehmend ihre ökologische Funktion. Durch den Pflegeschnitt treiben die Gehölze von unten her neu aus und stellen den Lebensraum wieder her.

In Gebieten mit einem Mangel an Hecken setzt sich der Landschaftspflegeverband Würzburg zum einen für die Pflege von bestehenden und die Pflanzung neuer Hecken ein. Da anderorts ein Überschuss an Heckenstrukturen herrscht, sorgt er aber auch für die Entfernung dieser Elemente zugunsten anderer Standorttypen

Ackerwildkräuter

Ackerwildkräuter sind natürliche Begleiter unserer Kulturpflanzen und damit Bestandteil der heimischen Flora. Wie kaum eine andere Pflanzengemeinschaft sind die Ackerwildkrautfluren vom Einfluss des Menschen abhängig. Entscheidend für die Ausbildung einer bestimmten Ackerbegleitflora sind Art und Zeitpunkt der Bodenbearbeitung. Wichtig ist auch der Ackerboden der eine sehr unterschiedliche Ausprägung haben kann. Im Landkreis Würzburg gibt es vor allem Böden aus Muschelkalk, Keupergestein, Bundsandstein, Flugsand und Löß. Vor allem der pH-Wert des Bodens hat für das Vorkommen von bestimmten Ackerwildkräutern z.B. Kalkzeiger oder Sauerbodenzeiger eine große Bedeutung.

Um seltene Ackerwildkräuter zu fördern muss vor allem die Anbauintensität von Feldfrüchten reduziert werden. Der Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmittel im Ackerbau kann zusammen mit passenden Bodenbedingungen schnell zum Erfolg in der Erhaltung von Ackerwildkräutern führen, wenn im Boden noch Samen vorhanden sind und zum keimen aktiviert werden. Leider gibt es nur noch wenige Standorte, die diese Bedingungen erfüllen.

Der Landschaftspflegeverband unterstützt durch die Kooperation mit Landwirten die Erhaltung von heimischen, selten gewordenen Ackerwildkräutern. Durch die sehr guten Kontakte zu den Bewirtschaftern, die oft auch für den LPV in der Landschafspflege tätig sind, können wir leicht eine erfolgreiche Zusammenarbeit beim Artenschutz für Ackerwildkräuter vermitteln. Eine weitere Unterstützung kann durch das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm über die untere Naturschutzbehörde angeboten werden.

Streuobst

Durch Rekultivierung von brachen Obstbaumflächen und Neupflanzungen sowie Erhalt alter Streuobstsorten in vorhandenen Beständen schaffen, erhalten und erneuern wir den »Lebensraum Streuobstwiese« .

Durch Informationsveranstaltungen rund um das Thema Streuobst mit der alljährlichen Streuobstbörse sind wir Obstbauern bei der Vermarktung ihrer Produkte behilflich.

Unterstützer von Streuobst aus der Region Mainfranken möchten allgemeines Informationsangebot bereitstellen, insbesondere aber die Situation der Streuobstbestände um Würzburg aufzeigen.

Sie möchten helfen, die Bewirtschaftung und Pflege weiterzuführen und Impulse für einen zukunftsfähigen Streuobstbau setzen.

Weitere Infos auf streuobst-mainfranken.de

20 Jahre LPV

Wir pflegen und gestalten – mit Gleichgesinnten vor Ort – unsere Landschaft für Mensch und Natur.

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Artenschutz

Aus der Natur- und Landschaftspflege entwickelte sich ein spezieller Schutz von ökologischen Nischen.

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Lebensräume

Hier stellen wir ihnen unterschiedliche Lebensräume und unsere Biotop-Pflege in der Region Würzburg vor.

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Beweidung

Im Naturschutz gilt die Beweidung auch heute noch als wichtigste Nutzungs- und zugleich Pflegeform.

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PIM

Mit Produktionsintegrierten Maßnahmen (PIM) gelingt ein entscheidender Schritt zur Verbesserung des Lebensraumes von bedrohten Tierarten und Ackerfauna.

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Biodiversität

Der Begriff Biodiversität bedeutet übersetzt „die Vielfalt des Lebens“ – der Lebensräume, der Pflanzen und der Tiere.

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